Das Jenseits in uns

Menschen, die dem Tode nahe waren, berichten über beeindruckende Erlebnisse: Sie schreiten durch einen Tunnel, sehen ein helles Licht, Engel und Dämonen oder fühlen sich außerhalb ihres Körpers. Ist die Todesnähe vielleicht nur ein Auslöser für eine Matrix religiösen Erlebens, die tief in uns angelegt ist? Nah-Todeserfahrungen sind in den letzten 15 Jahren häufiger geworden. Das mag mit einer verbesserten Reanimationstechnik der Notfall-Medizin zu tun haben, aber auch mit steigendem Interesse am Thema.
In etwa 60 zumeist retrospektiven Studien und Fallsammlungen wurden bisher weltweit über 3.000 Fälle untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass:
• Bis zu einem Drittel aller Menschen, die dem Tod schon einmal sehr nahe waren oder nahe zu sein glaubten, ein Nah-Todeserlebnis hatten.

• Bei den sog. Sterbebetterscheinungen, einer Variante der Nah-Todeserfahrungen, erleben je nach Kultur zwischen 20 und 67 Prozent aller Sterbenden vor dem Tod plötzlich einen Stimmungsaufschwung, erblicken „jenseitige“ Landschaften oder sehen verstorbene Bekannte.

• Interessant ist, dass etwa ebenso viele Menschen – zwischen 20 und 71 Prozent – angeben, schon einmal außersinnliche Wahrnehmungen wie Telepathie oder Hellsichtigkeit erlebt zu haben.

• Etwa ein Viertel der Bevölkerung berichtet ohne Todesnähe über Außerkörperlichkeitserlebnisse – Elemente der Nah-Todeserfahrungen treten somit auch in Alltagssituationen häufig auf.

Verschiedene Indizien sprechen dafür, dass die Häufigkeit von Nah-Todeserfahrungen sogar noch unterschätzt wird. So fand man mit einem sensitiven Fragebogen bei 29 Prozent derjenigen, die in Todesnähe scheinbar nichts Ungewöhnliches erlebt hatten, doch Nah-Todeserfahrungen. Häufig schweigen die Betreffenden, weil sie eine Diskriminierung fürchten.

In kompletter Form – viele Erlebnisse, beinhalten nur einige der folgenden Elemente – besteht ein Nah-Todeserlebnis in oft chronologischer Reihenfolge und in abnehmender Häufigkeit aus folgenden Sequenzen:
• Einer Stimmungsaufhellung mit Gefühlen von Leichtigkeit, Wohlbefinden, Friede und Glück.

• Einem außerkörperlichen Erlebnis, bei dem der Sterbende sich plötzlich auf seinen eigenen physischen Körper herabschauend erlebt, wobei sein rationales Bewusstsein ohne Bruch weiterarbeitet und zuweilen gar verschiedene Tests unternimmt, um diese neue Existenz zu überprüfen; dabei werden oft – selbst von Blinden – verifizierbare optische Wahrnehmungen gemacht; während der Außerkörperlichkeitserfahrung sind alle Schmerzen verschwunden; schließlich kann man in diesem Zustand scheinbar durch die Materie hindurchgehen/sehen sowie die Gedanken der Anwesenden lesen.

• Eintritt in eine zumeist dunkle tunnelartige Übergangszone.

• Wahrnehmung eines meist weiß-goldenen unendliche Liebe ausstrahlenden Lichtes, das bei dem Erlebenden Gefühle höchster Seligkeit auslöst; im Verschmelzen mit diesem Licht kann es zu mystischen Allwissens- / Alleinheitserfahrungen kommen.

• Wahrnehmung einer paradiesischen Landschaft.

• Begegnung mit verstorbenen Verwandten, religiösen Figuren oder Lichtwesen; mit diesen kommt es zu einer Art telepathischen Kommunikation, in welcher der Erlebende oft zur Rückkehr aufgefordert wird.

• Die Rückkehr in den Körper erfolgt dann – häufig gegen den Willen des Erlebenden – zumeist sehr abrupt.

• Während eines dieser Stadien kommt es oft noch zum Ablauf eines Lebensfilms, in dem bekannte und unbekannte Einzelheiten des eigenen Lebens gesehen werden; dabei erlebt der Betreffende noch einmal alle seine Gedanken, Worte und Taten mit ihren Auswirkungen auf alle Beteiligten nach, wobei es zu einer hochethischen Bewertung derselben nach dem Maßstab der Liebe kommt.

• Selten werden auch präkognitiv Teile der eigenen oder globalen Zukunft gesehen, die später zuweilen tatsächlich wahr werden.

• Immer kommt es dabei zu einer Aufhebung des gängigen Zeitablaufs insofern, als in der kurzen Nah-Todeserfahrung viel mehr als gewöhnlich möglich erlebt wird.

Typisch positive Nah-Todeserlebnisse können auch bedrohlich-ängstigend erlebt werden. Alle negativen Erfahrungen können aber auch in die genannten positiven Sequenzen übergehen.

Dr. med. Michael Schröter-Kunhardt
Mit freundlicher Genehmigung von psygrenz.de

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