Praktische Ratschläge für das tägliche Leben VI

Es ist ein ewiges Gesetz, dass der Mensch nicht von einer Kraft erlöst werden kann, die außerhalb seiner selbst liegt. Wenn dies möglich gewesen wäre, dann hätte schon vor langen Zeiten ein Engel die Erde besuchen, himmlische Wahrheiten verkünden und durch Manifestation von Fähigkeiten geistiger Natur dem Bewusstsein der Menschheit tausend Tatsachen beweisen können, die ihr unbekannt sind.
Ein Verbrechen kann ebenso wirklich im Geiste begangen werden wie durch Handlungen des Körpers. Wer aus welchem Grunde immer einen anderen hasst, wer sich an Rache erfreut, wer ein Unrecht nicht verzeihen will, ist voll von Mordgeist, mag auch kein anderer Mensch etwas davon wissen. Wer sich vor falschen Glaubensbekenntnissen beugt und auf das Gebot irgend einer Einrichtung hin sein Gewissen unterdrückt, lästert seine eigene göttliche Seele, und dadurch „nennt er den Namen Gottes eitel“, auch wenn er niemals einen Eid gesprochen hat. Wer von Begierden erfüllt ist und der bloßen Lust der Sinne frönt, gleichgültig, ob innerhalb oder außerhalb ehelicher Beziehungen, ist der wahre Ehebrecher. Wer irgend einem seiner Mitmenschen das Licht, das Gute, die Hilfe oder die Unterstützung versagt, die er ihm vernünftigerweise zu geben vermöchte, und nur für die Ansammlung materieller Dinge zu seiner eigenen persönlichen Befriedigung lebt, ist der wirkliche Räuber. Und wer durch Verleumdung oder irgend eine andere Art falscher Darstellung seinen Mitmenschen den kostbaren Besitz ihres guten Rufes entwendet, ist in nicht geringerem Maße ein Dieb, und zwar ein Dieb von der übelsten Sorte.
Wenn die Menschen sich zu Ehrenhaftigkeit gegenüber sich selbst und zu wohlwollender Gesinnung gegeneinander durchringen könnten, würde eine gewaltige Veränderung in ihren Wertmaßstäben, betreffend das Leben und die Dinge dieses Lebens, eintreten.

ENTFALTE DEINE DENKFÄHIGKEIT.
Bemühe dich, indem du die ganze Kraft deiner Seele zusammenfasst, das Tor deines Verstandes gegenüber allen wandernden Gedanken zu verschließen, und gestatte nur jenen Gedanken einzutreten, die geeignet sind, dir die Unwirklichkeit des Sinnenlebens und den Frieden der inneren Welt zu offenbaren. Denke Tag und Nacht über die Unwirklichkeit deiner Umgebung und deiner selbst nach. Das plötzliche Auftauchen böser Gedanken ist weniger schädlich als das von müßigen und gleichgültigen Gedanken. Denn gegenüber den bösen Gedanken bist du ständig auf der Hut, und da du dich entschlossen hast, sie zu bekämpfen und zu besiegen, hilft dir diese Entschlossenheit die Kraft des Willens zu entfalten. Gleichgültige Gedanken hingegen dienen nur dazu, die Aufmerksamkeit abzuziehen und Kraft zu vergeuden.
Die erste große grundlegende Täuschung, welche du überwinden musst, ist die Gleichsetzung deiner selbst mit dem physischen Körper. Fange an, von diesem Körper nur als von dem Hause zu denken, in dem du für eine bestimmte Zeit zu leben hast, dann wirst du seinen Versuchungen nie mehr nachgeben. Versuche auch, durch beharrliche Anstrengungen die hervorstechendsten Schwächen deiner Natur zu überwinden, indem du Gedanken solcher Art entwickelst, dass sie geeignet sind, jede einzelne Leidenschaft zu ertöten. Nach den ersten Anstrengungen wirst du eine unbeschreibliche Leere in deinem Herzen empfinden; fürchte dich nicht, betrachte dies als die sanfte Dämmerung, die den Anfang der Sonne geistiger Seligkeit verkündet.
Traurigkeit ist nichts Böses. Aber klage nicht; scheinbare Leiden und Hindernisse sind oft in Wirklichkeit nur die geheimnisvollen Bemühungen der Natur, dir in deiner Arbeit zu helfen, du musst dich ihnen gegenüber nur richtig verhalten. Betrachte alle Umstände mit der Dankbarkeit eines Schülers. Alles Klagen bedeutet eine Auflehnung gegen das Gesetz des Fortschrittes. Was du vermeiden sollst, sind jene Leiden, die noch nicht gekommen sind. Die Vergangenheit kann nicht verändert oder verbessert werden; was zu den Erfahrungen der Gegenwart gehört, kann und soll nicht gemieden werden. Was aber gemieden werden soll, das sind in gleicher Weise einerseits beunruhigende Vorwegnahmen und Sorgen vor der Zukunft und andererseits alle Handlungen und Gemütsregungen, die dir selbst oder anderen künftiges Leid verursachen könnten.

(HELENA PETROWNA BLAVATSKY)

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