Die Heilige Kümmernis

Sie genoss seit Mitte 14. Jh. volkstümliche Verehrung und wird mit wallendem Bart und wie Jesus Christus gekreuzigt dargestellt. Zum Unterschied von Jesus ist die Kümmernis aber in prunkvolle Gewänder gehüllt und trägt einen Schuh.
Der Legende nach war die früher sehr populäre Heilige (ohne kirchlichen Kult) eine sizilianische oder portugiesische Prinzessin. Sie soll ca. 130 n. Chr. zum christlichen Glauben übergetreten sein und sich Jesus so verbunden gefühlt haben, dass sie es ablehnte zu heiraten. Ihr inständiges Gebet, so hässlich zu werden, dass der ihr zugedachte Mann sie zurückweise, fand Erhörung, und es wuchs ihr ein mächtiger Bart.

Ihr Vater, der davon Kenntnis erhielt, soll seine Tochter martern und mit Lumpen bekleidet ans Kreuz nageln haben lassen, damit sie ihrem himmlischen Bräutigam gleiche. Die Sterbende predigte drei Tage lang und bekehrte viele Menschen, darunter auch ihren Vater. Er ließ sie nun in kostbare Stoffe hüllen und errichtete nach ihrem Tod eine Sühnekirche.
Attribute der Heiligen sind Kreuz, Bart, Krone und ein silberner Schuh.

Kümmernis bot Anlass für viele Erzählungen.
Am bekanntesten ist wohl die Legende von einem bettelarmen Geiger, dem eine Figur der Heiligen einen ihrer silbernen Schuhe zuwarf. Der daraufhin wegen Diebstahls zum Tode verurteilte Musikant durfte vor der Hinrichtung noch einmal vor der Heiligenfigur spielen. Zum Beweis seiner Unschuld löste sich nun auch der zweite silberne Schuh vom Fuß der Heiligenfigur und kollerte bis zu den Füßen des Geigers.


Bild: T.R. aka Wortman
Quelltext zur Kümmernis: Beyars.com – Kunstlexikon

Kabbalistisches Kreuz

Allgemein:
Ein Basisritual, das der Bewusstwerdung des eigenen göttlichen Ego dient und die Verbindung mit der Schöpferkraft herstellt. Es ist auch eine gute Konzentrations- und Visualisierungsübung. Das kabbalistische Kreuz wird außerdem immer zu Beginn des Pentagrammrituals durchgeführt.

Durchführung:
Stehe aufrecht, nach Osten blickend. Stelle Dir vor, dass Du sehr groß wirst, so groß, dass sich dein Kopf über den Wolken befindet, während die Erde unter Deinen Füßen zu einer kleinen Kugel wird, auf der Du stehst. Verwende einige Minuten darauf, diese Visualisierung zu erreichen.

Sage Ateh, während Du die Stirn mit dem Zeigefinger der rechten Hand berührst. Stelle Dir das weiße Licht Kethers über Dir vor, von welchem ein Strahl ausgeht, während Du die Übung fortführst.

Führe die Hand vom Kopf herab und deute auf die Füße. Sage Malkuth. Spüre, wie das Licht bis ganz zu den Füßen hinab fließt. Dadurch wird der Stamm des Lichtkreuzes aufgebaut.

Bewege die Hand zur rechten Schulter hinüber und sage ve-Geburah. Während Du das tust, stelle Dir Deine rechte Schulter von weißem Licht entflammt vor, das bereit ist, zur linken Seite hinüber zu strahlen, um den Querbalken des Lichtkreuzes zu erzeugen.

Dann bewege die Hand zur linken Schulter und vibriere ve-Gedulah.

Das kabbalistische Kreuz ist nun gebildet. Kreuze jetzt die Arme über der Brust und sage le-Olahm.

Falte die Hände (Handfläche an Handfläche), hebe sie über den Kopf und sage Amen . Während du das tust, stelle dir vor, dass das Kreuz sich durch den ganzen Körper erstreckt und sich jetzt bis weit in den Raum hinein ausdehnt.

Stirn: Ateh
(du bist)

Füße: Malkuth
(das Reich)

rechte Schulter: ve-Geburah
(und die Kraft)

linke Schulter: ve-Gedulah
(und die Herrlichkeit)

Kreuzen der Arme: le-Olahm
(in Ewigkeit)

Falten der Hände über dem Kopf: Amen
(so sei es)

Quelle: Archiv R. / Horst E. Miers “Lexikon des Geheimwissens” / Communitas Saturni

Opus Angelorum

Gabriele Bitterlich (1896 – 1978), die als Vierjährige einen Schutzengel gesehen haben will, gilt als „Mutter“ des Engelwerks. Besser bekannt unter dem Namen Schutzengelbruderschaft oder Opus Angelorum. Gegründet wurde das „Werk der hl. Engel“ 1949 von einer Gruppe von Priestern und Theologiestudenten in Innsbruck.
Es ist eine sektenartige, integralistische, katholische Vereinigung, die sich die Verbindung von Mensch und Engel zur Aufgabe gemacht hat.
Bitterlich hatte in den letzten dreißig Jahren ihres Lebens so viele Offenbarungen, welche sie niederschrieb, dass es rund 80000 Manuskriptseiten wurden. Darin enthalten sind detaillierte Beschreibungen von Engeln nd Teufeln sowie eine Namensliste von vierhundert Engeln und zweihundert Dämonen.

Die katholische Kirche
Das Engelwerk ist sehr umstritten und die katholischen Glaubenskongregation untersagte 1992 einige zentrale Riten und die Engelsweihen. Dazu dürfen die Offenbarungen und die aufgelisteten Namen der Engel nicht mehr verbreitet werden. Einige Diözesen haben Predigtverbote für Priester des Engelwerks erlassen. Der Sohn der Gründerin, Pater Hansjörg Bitterlich, kritisierte die Entscheidung der Glaubenskongregation und wurde daraufhin abgesetzt und vom Orden exklaustriert.
Erst im Jahre 2000 wurde ein neues Gebet zur Schutzengelweihe genehmigt, welches auch verteilt werden darf.

Die Engelsweihe
Die inzwischen verbotene Schutzengelsweihe vermählte auf mystischer Ebene die Anhänger mit einem Engel. Dazu kam auch eine Sühneweihe in drei Stufen.
Gelobt wurde, „den heiligen Schutzengeln alle Macht über sich zu geben und feierlich an sie zu binden„.

Heute
1976 wurde der „Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz“ wieder ins Leben gerufen. Er gilt heute als offizieller Arm des Opus Angelorum.
Der Orden betreut im Auftrag des Vatikans die ca. 140 Mitglieder in zwölf Niederlassungen.

Quelle: Flora Macallan; „Engel“

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